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Abwasserbehandelnde Flächenbeläge - Projekt zur Herstellung "selbstreinigender Pflastersteine"

Bedingt durch die Siedlungsstruktur und die Nutzung von Kraftfahrzeugen sind in Wohn-, Gewerbe- und Industriegebieten viele Flächen befestigt. Auf Parkflächen kommt es häufig zu Verschmutzung, beispielsweise durch Ölverluste oder Reifenabrieb. Auch in vielen Industrie- und Gewerbegebieten werden befestigte Flächen u.a. mit Ölen und Fetten verschmutzt. Die von diesen Flächen (insbesondere gewerblich genutzter Grundstücke) bei Niederschlagsereignissen abfließenden Wassermengen werden bisher als verschmutztes Niederschlagswasser einer speziellen Behandlung zugeführt. Ohne diese Behandlung werden Verschmutzungen auf Pflasterflächen, die keine oder nur eine geringe Wasserdurchlässigkeit aufweisen, bei Niederschlagsereignissen abgespült und gelangen in oberirdische Gewässer, in das Grundwasser oder in die Kanalisation. Das Hauptziel des Projektes ist die Entwicklung und Optimierung von wasserundurchlässigen Pflastersteinen, die diese Verschmutzung an ihrer Oberfläche durch Photokatalyse abbauen. Am Ende dieses Vorhabens soll eine Möglichkeit zur Verfügung stehen, Flächen mit "selbstreinigenden" Pflastersteinen herzustellen. Bei der Herstellung dieser Pflastersteine soll als Photokatalysator Titandioxid zu gegeben werden. Das besondere dieses neu entwickelten Titandioxides ist, dass zur Reaktion nicht nur UV-Strahlung, sondern auch Strahlung aus dem Bereich des sichtbaren Lichtes genutzt werden kann.

In der ersten Projektphase werden orientierende Versuche mit Pflastersteinen durchgeführt, die mit unterschiedlichen Zusätzen von Titandioxid hergestellt wurden. Die Versuche werden in Anlehnung an die Untersuchungen zu Mineralölkohlenwasserstoffen der Zulassungsgrundsätze "Abwasserbehandelnde Flächenbelege" des Deutschen Institutes für Bautechnik (DIBt) durchgeführt. Nach Abschluss dieser Versuche und nach Auswertung der Ergebnisse werden die Steine für die Versuche der zweiten Projektphase ausgewählt. Des Weiteren werden ggf. die Versuchseinrichtungen und -durchführungen optimiert.

In der zweiten Phase werden weitergehende Untersuchungen zum Abbauverhalten der ausgewählten Steine durchgeführt. Weiterhin wird auf dem Gelände des PIA eine Parkfläche inklusive Probenahmemöglichkeiten für Langzeituntersuchungen unter Praxisbedingungen hergestellt. Die verschiedenen Versuche bilden die Basis zur Entwicklung und Optimierung von Prüfverfahren für dieses Projekt.

ANSPRECHPARTNER
Dipl.-Ing. Arndt Kaiser
+49 (0) 241 75082-13
kaiser@pia.rwth-aachen.de

PROJEKTPARTNER

  • Menk’sche Betonsteinwerke GmbH & Co. KG
  • Ingenieurbüro Bokatec
  • KRONOS INTERNATIONAL Inc

GEFÖRDERT VON
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

FACHBEREICH
General

LAUFZEIT
05.2008 - 02.2010

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