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Integration, Betrieb und Begleitung des großtechnischen Betriebes einer Membrankläranlage an Bord der MS RheinEnergie

Mit Inkrafttreten des "Übereinkommens über die Sammlung, Abgabe und Annahme von Abfällen in der Rhein- und Binnenschifffahrt" der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt wird die Einleitung von an Bord anfallenden Grau- und Schwarzwässern geregelt. Es ist vorgesehen, dass für Kabinen- und Fahrgastschiffe bestimmter Größe in Zukunft ein Einleiteverbot für unbehandelte Abwässer existieren soll.

Im Rahmen dieses Projektes wurde im Jahr 2005 damit begonnen, an Bord des Tagesausflugschiffs MS RheinEnergie der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt AG eine großtechnische Membrankläranlage der Firma Martin Systems zu integrieren und in Betrieb zu nehmen. Die Anlage besteht aus der Vorreinigung, dem Membranbioreaktor und dem von der Firma Martin Systems entwickelten siClaro FM-Filter zur Abtrennung des gereinigten Abwassers vom belebten Schlamm. Die Vorreinigung ist als Grobabscheidung mit Feinsiebung ausgeführt. Der Membranbioreaktor ist so ausgelegt, dass Zulaufspitzen durch Variation des Füllstandes in den schiffseigenen vorgelagerten Speichertanks vergleichmäßigt werden. Treten im Zulauf zu hohe hydraulische Belastungsspitzen während des Gästebetriebes auf, ist eine Zwischenspeicherung des Abwassers möglich. Die eingesetzten organischen, polymeren Ultrafiltrationsmembranen sind als Flachmembranen ausgeführt und in eine vom Belebungsbecken getrennten Filterkammer integriert. Die Membrankläranlage ist für einen mittleren Abwasseranfall von 35 m³/d und für den Zeitraum von 48 h für einen maximalen Anfall von 55 m³/d ausgelegt. Als mittlere Schmutzfracht wurde dabei von 16,8 kg BSB5/d ausgegangen.

Ziel der Untersuchungen ist die Ermittlung von Bemessungsgrößen zur Dimensionierung von Bordkläranlagen für Fahrgastbinnenschiffe. Die Anforderungen an Bordkläranlagen für Seeschiffe unterscheiden sich in wichtigen Details von den Anforderungen an Bordkläranlagen für Fahrgastbinnenschiffe. Beispielsweise wird gemäß der International Maritime Organisation (IMO) nur Schwarzwasser als Abwasser definiert, dass auf Seeschiffen zu behandeln ist, während die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt auch Grauwasser zu behandelndes Abwasser bezeichnet. Damit können bisherige Bemessungsgrundlagen für Bordkläranlagen, die aus der Seeschifffahrt stammen, nur bedingt in die Binnenschifffahrt übertragen werden.

Durch eine kontinuierliche Erfassung der Wasserverbrauchsmengen und Beprobungen der Abwasserzusammensetzung sollen die notwendigen Bemessungsgrößen ermittelt werden. Berücksichtigt werden sollen dabei sowohl Linien- wie auch spezielle Veranstaltungsfahrten.

ANSPRECHPARTNER
Dipl.-Ing. Arndt Kaiser
+49 (0) 241 75082-13
kaiser@pia.rwth-aachen.de

PROJEKTPARTNER

  • Köln Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt AG, Köln
  • Martin Systems GmbH Engineering
  • Institut für Siedlungswasserwirtschaft (ISA) RWTH Aachen

GEFÖRDERT VON
Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

FACHBEREICH
General

LAUFZEIT
01.2005 - 02.2007

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