Reinigung von Bilgenwasser an Bord von Bilgenentölungsbooten
Die bordseitige Behandlung von Schiffsabfällen und -abwässern ist ein elementarer Baustein einer nachhaltigen Binnenschifffahrt. Laboruntersuchungen zu weitergehenden Behandlungsstufen von Bilgenwässern konnten mittlerweile mit vielversprechenden Ergebnissen erfolgreich abgeschlossen werden.
Bilgenwasser ist ölhaltiges Schmutzwasser, das an Bord von Schiffen durch den Maschinenbetrieb entsteht. Die Entsorgung von Bilgenwasser aus Binnenschiffen erfolgt in Deutschland durch Bilgenentölungsboote, die die Schmutzwässer aus den Bilgen zu entsorgender Schiffe entnehmen und anschließend direkt bordseitig über Separatoren zur Ölabscheidung und einer sich anschließenden Ultrafiltration behandeln. Eine gesicherte Einhaltung von zulässigen CSB-Grenzwerten aufgrund ständig wechselnder Bilgenwasserzusammensetzungen stellt hierbei eine besondere Herausforderung dar. Im Auftrag des Bilgenentwässerungsverbandes der Binnenschifffahrt wurde im Rahmen eines Gemeinschaftssprojekts von PIA und ISA daher zu weitergehenden Behandlungsmaßnahmen geforscht (vgl. hierzu acwa-Ausgabe 23).
Die Herangehensweise sah einen technologieoffenen Ansatz für chemisch-physikalische Behandlungsverfahren (CP-Anlagen) vor. In Laborversuchen wurden 15 unterschiedliche Verfahren bzw. Verfahrenskombinationen unter Anwendung von granulierter Aktivkohle (GAK), Oxidationsprozessen (Wasserstoffperoxid (H2O2)), katalysierter Oxidation (1,4,7-Triazacyclononan (TACN) / H2O2) und Perameisensäure (PAS), pH-Wert-Anpassungen bis hin zu Verdampfungsmaßnahmen untersucht. Das untersuchte Verfahrensspektrum mit im Labor erreichten CSB-Eliminationsleistungen ist in kompakter Form in Tabelle 1 dargestellt.
Bereits mit den Einzelverfahren H2O2, TACN/H2O2 und GAK konnten CSB-Eliminationsgrade von circa 80 % erzielt werden. Das beste Ergebnis war für das Kombinationsverfahren GAK + TACN feststellbar, bei dem knapp 84 % des CSB reduziert wurde und somit nur eine geringfügig höhere Eliminationsleistung erzielt werden konnte. Maßnahmen zur pH-Anpassung führten zu keiner Verbesserung der CSB-Elimination. Eine thermische Behandlung hat sich mit einer CSB-Elimination von knapp 50 % als nicht zielführend herausgestellt, da nur 50 % des Bilgenwassers behandelt werden konnte und als Destillat anfiel.
Die Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass durch eine adsorptive GAK-Nachbehandlung für verschiedene CSB-Zulaufkonzentrationen eine mehr als 80 %-ige Elimination des CSB erreicht werden kann. Mit diesem Wissen sind nun praxisorientierte Pilotversuche mit GAK-Filteranlagen an Bord eines Bilgenentölungsbootes im Rahmen einer weiteren Untersuchungsphase vorgesehen.