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20 Jahre Prüf- und Entwicklungsinstitut für Abwassertechnik an der RWTH Aachen e. V.

Gründung und Aufbau

Die Idee zur Gründung des Prüf- und Entwicklungsinstitutes für Abwassertechnik ist Herrn Dr. Hans-Peter Buysch (ehemals LUA NRW) zu verdanken. Dr. Buysch strebte bereits 1998 den Aufbau eines Prüfinstitutes in Nordrhein-Westfalen an, um Kleinkläranlagen entsprechend der neuen europäischen Norm EN 12566 prüfen zu können. Ausschlaggebend für die Auswahl des Standorts war die Tatsache, dass die Stadt Aachen die Kläranlage „Bildchen“ aufgeben wollte. Im Einzugsgebiet fällt ausschließlich häusliches Abwasser an. Der damalige Leiter des Amtes für Tiefbau der Stadt Aachen, Herr Karl-Wilhelm Hördemann, unterstützte die Idee von Anfang an. Am 10. Februar 1999 wurde der Trägerverein Prüfinstitut für Abwassertechnik an der RWTH Aachen e. V. gegründet. Nach einer Namensänderung zum Prüf- und Entwicklungsinstitut für Abwassertechnik an der RWTH Aachen e. V. konnte die Eintragung beim Amtsgericht Aachen erfolgen. Seit Oktober 1999 ist das PIA als An-Institut der Fakultät für Bauingenieurwesen der RWTH Aachen durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung NRW anerkannt. Zu den Gründungmitgliedern zählten u. a. Vertreter der Hochschule, der Wasserverbände und der Stadt Aachen. Im Jahr 2019 zählt der Verein 19 Mitglieder. Das Ziel des Vereins besteht in der Förderung der Forschung und Lehre im Bereich der dezentralen Abwasserbehandlung.
Das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen hatte bereits im Vorfeld eine finanzielle Unterstützung zum Aufbau des Prüfinstitutes zugesagt. Im September 1999 wurde die Förderung bewilligt. Mit den Mitteln, die das Umweltministerium dem PIA zum Aus- und Umbau der Kläranlage zur Verfügung stellte, wurden die vorhandenen Becken für die Prüfung von Kleinkläranlagen umgebaut. Parallel wurde eine Prüfhalle mit Büroräumen errichtet. Der Baubeginn wurde feierlich eingeläutet: die Nordrhein-Westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn persönlich nahm den ersten Spatenstich vor.

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Die erste Kleinkläranlage, die im Jahre 2000 eine Prüfung der Reinigungsleistung nach EN 12566 absolvierte, kam aus Österreich. Deutsche Firmen schlossen sich an. Inzwischen wurden über 400 Prüfungen von Kleinkläranlagen durchgeführt.
Im Jahr 2001 wurde erstmals eine schwedische Schiffskläranlage nach den IMO-Richtlinien (MEPC.2 IV) geprüft. Weitere Anlagen europäischer Hersteller folgten, womit das PIA sich im Bereich der Schiffsabwasserbehandlung ein erhebliches Standbein aufbaute. In den zwanzig Jahren, die das PIA besteht, wurde die Prüfinfrastruktur kontinuierlich erweitert, so dass heute über 50 Plätze zur Prüfung von abwassertechnischen Anlagen zur Verfügung stehen. Unteranderem können beispielsweise Prüfungen von Kleinkläranlage, Pflanzenkläranlagen, Grauwasseranlage, Faulgruben, Abwasserhebeanlagen, Schiffskläranlagen sowie von Kläranlagen auf Binnenschiffen, durchgeführt werden. Mit dem Neubau einer weiteren Prüfhalle im Jahr 2016 konnte die Kapazität des PIA für die Prüfung dezentraler Niederschlagswasserbehandlungsanlagen, für Anlagen zur Wasserwiederverwertung und für Abscheideranlagen erheblich erweitert werden.
Weltweite Kooperationen zu Forschungs- und Entwicklungsinstitutionen im Bereich der Abwassertechnik wurden innerhalb der letzten 20 Jahre in mit zahlreichen Partner geschlossen: CERIB-Forschungsinstitut in Épernon (Frankreich), Hydraulics & Pneumatics Research Institute (IHP) in Bucharest (Rumänien), Indian Institue of Technology (ITT) Bombay, Maritimes Cluster Norddeutschland, NSF International und TTZ Bremerhaven und Unsiversidad de Alicante (Spanien).

Forschung, Entwicklung und Ausbildung

In den zwanzig Jahren seines Bestehens, bearbeiteten Mitarbeiter des PIA e. V. rund 60 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Der Schwerpunkt liegt hierbei in den Bereichen der dezentralen Abwasserreinigung und der Schiffsabwasserbehandlung. Neben der Entwicklung von Techniken zur Verbesserung der Abwasserbehandlung ist auch die Entwicklung neuer Prüfungen und Zulassungsverfahren Bestandteil der Arbeiten. So wurde beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt ZKR ein Zulassungsverfahren für die Entsorgung häuslicher Schmutzwässer auf Fahrgastbinnenschiffen erarbeitet. Diese aus einem F+E-Projekt entstandene Prüfvorschrift für Bordkläranlagen gilt nun als Qualitätskriterium und wurde 2010 als EU-Verordnung umgesetzt. Am PIA werden Projekte im Auftrag der EU, von Bundesministerien, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) sowie für Landesministerien durchgeführt. Neben der Forschung und Entwicklung zählen Schulung und Ausbildung zu den Tätigkeitsfeldern des PIA e. V., wobei die praxisnahe Vermittlung theoretischer Inhalte von besonderer Bedeutung ist. Die Organisation und Durchführung verschiedener Fachveranstaltungen, Tagungen und Seminare gehören in diesen Bereich. Als etablierte Veranstaltung des PIA ist das „Symposium on the Treatment of Waste Water and Liquid Waste on Ships (kurz SOWOS)“, das jährlich stattfindet, zu nennen. Seit 2007 findet dieses Symposium in Hamburg statt. Organisiert wird es gemeinsam von der See-Berufsgenossenschaft, dem Verein Deutscher Reeder und dem PIA e. V. Mit Deutschlands größtem Seehafen bietet die Hansestadt Hamburg eine angemessene Kulisse. Studenten der RWTH Aachen und der FH Aachen können am PIA ihre Abschlussarbeiten erstellen. Bis zum Jahr 2019 wurden über 60 Arbeiten erfolgreich beendet. Um einen ersten Eindruck und leichteren Einstieg in das Berufsleben der Studenten zu ermöglichen, bietet das PIA die Möglichkeit der Durchführung von Praktika sowie die Einstellung von studentischen Hilfskräften zur dauerhaften Unterstützung des Teams.

Gründung der PIA GmbH

Einer vereinsrechtlichen Notwendigkeit ist die Gründung der PIA GmbH im Jahre 2002 zu verdanken. Die PIA – Prüfinstitut für Abwassertechnik GmbH wurde als Tochterunternehmen und als Prüfeinrichtung des PIA e. V. gegründet, um den wirtschaftlichen Teil des Geschäftsbetriebes aus dem Verein auszulagern. Seit 2003 führt die PIA GmbH sämtliche Prüfungen abwassertechnischer Anlagen durch. Rund die Hälfte der geprüften Anlagen stammte von Herstellern mit einem Betriebsstandort außerhalb von Deutschland. Inzwischen zählen neben europäischen Firmen, Hersteller aus den USA, Kanada und Japan zu den Kunden des PIA. Benannte Stellen (engl. Notified Bodies,), wie das PIA, der Europäischen Union sind staatlich benannte und überwachte Prüfstellen, die im Auftrag von Herstellern tätig werden, um die Konformitätsbewertung von Herstellern von Industrieerzeugnissen unterschiedlicher Art zu begleiten und zu kontrollieren.
Die PIA GmbH ist inzwischen weltweit ein anerkannter Ansprechpartner für Prüfungen, Inspektionen und Zertifizierungen im Abwasserbereich an Land und auf See.

Interne 20 Jahr-Feier

Um das 20-jährige Bestehen des PIA gebührend zu zelebrieren, wurde im geschlossenen Rahmen eine Feier auf dem Betriebsgelände veranstaltet. Zur Animation wurden zahlreiche Spiele für jedermann, von Bierkasten stapeln bis hin zu PIA-Ente angeln, angeboten. Zur Überraschung von Dr. Dorgeloh wurde ihm von seinen Mitarbeitern ein gebührender Thron überreicht.

Jubiläumskonferenz PIA 20 Jahre

Nun schon seit 20 Jahren ist das PIA eine feste Größe in Europa. Anlässlich dieses runden Geburtstages veranstaltete das PIA am 25. November 2019 eine Jubiläumskonferenz im „SuperC“ der RWTH Aachen.

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